L’Esprit de Genève (Der Geist von Genf)
Zehn Jahre nach der Gründung des Völkerbunds erschien «L’esprit de Genève» von Robert de Traz. In diesem Essay wird der Ursprung der gleichlautenden Tradition anhand von drei bedeutenden Persönlichkeiten geschildert: Jean Calvin, Jean-Jacques Rousseau und Henry Dunant, deren Erbe dazu beitrug, dass Genf zu einem Symbol für Dialog, Frieden und Demokratie wurde. Bereits während der Zeit der Reformation wurden Vertriebene in der Calvin-Stadt aufgenommen, die sich Weltoffenheit auf ihre Fahne geschrieben hatte. Als guter Genfer Bürger schlug der Autor des Gesellschaftsvertrags die Schaffung eines Bunds der Völker vor, um einen immerwährenden Frieden zu gewährleisten. Dabei orientierte er sich am Schweizer Modell. Hundert Jahre später, im Jahr 1863, wurde das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gegründet, und im folgenden Jahr wurde die erste Genfer Konvention unterzeichnet. Dieses Abkommen wurde im 20. Jahrhundert ausgebaut, was zu den vier heutigen Grundpfeilern des humanitären Völkerrechts führte: den vier Genfer Konventionen von 1949 und ihren Zusatzprotokollen.
Gleichzeitig wurde 1919 Genf zum Sitz des Völkerbundes ernannt. Damit gewann die Stadt zunehmend an internationaler Bedeutung. Heute beherbergt Genf eine einzigartige Ansammlung internationaler Organisationen, NGOs und diplomatischer Vertretungen. Neben humanitären Angelegenheiten werden dort fast alle Themen behandelt, die die Zusammenarbeit mehrerer Staaten erfordern. Diese reichen von Frieden und Sicherheit über Handel, Menschenrechte und Klima bis hin zur Grundlagenforschung.





