Walliser Tambouren und Pfeifer
Pfeifentöne und Trommelschläge gehören ursprünglich in die Tradition der Militärmusik, sie erfreuen sich aber insbesondere im Wallis auch ausserhalb der Armee grosser Beliebtheit. An Musikwettbewerben, Festen und lokalen Anlässen zeigt sich, wie wichtig die im Ober- und Unterwallis zusammen rund 2'000 Mitglieder zählenden 38 Vereine derAssociations des tambours et fifres du Valais romandund des Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverbandssind. Die Rhythmen und Melodien tönen heute zwar meist fröhlich, entstanden aber sind sie in den Kriegen und Konflikten des ausgehenden Mittelalters und der folgenden Jahrhunderte, als unzählige Walliser als Söldner in fremden Diensten standen. Hier lernten sie die Instrumente spielen, und wenn sie in die Heimat zurückkehrten, lag ihnen viel daran, die Trommel- und Pfeifenmusik weiter zu pflegen und zu fördern. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts kamen Trommeln und Pfeifen vermehrt auch bei religiösen Festen (vor allem an Fronleichnam) und gesellschaftlichen, touristischen und Unterhaltungsanlässen zum Einsatz. Dazu gesellten sich nun Gesang und Marschmusik, wie beispielsweise der Appel auDrapeau(Fahneneid) und Tanzmusik wie die berühmteGrande Chaîne. Trommeln und Pfeifen sind zu einem festen Bestanteil des Musiklebens geworden. Im Wallis existieren immer noch verschiedene Pfeifenarten nebeneinander, und die Trommler spielen sowohl auf der im 19. Jahrhundert standardisierten militärischen Ordonnanztrommel als auch auf der Basler Trommel. Lange Zeit wurde die Technik nur direkt überliefert, inzwischen gibt es aber eine standardisierte Notenschrift, die meist in den Vereinen gelehrt wird. Tambouren und Pfeifer gehören vor allem im Wallis und in Basel zu einer tief verankerten Tradition.





