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Traditionen nach Kantone

Schweiz

Neben lebendigen Traditionen, die klar in einem oder mehreren Kantonen zu verorten sind, gibt es gesamtschweizerische Traditionen, die in allen Kantonen ausgeübt werden. Grosse Teile der Bevölkerung aus allen Landesteilen fühlen sich mit diesen lebendigen Traditionen verbunden und identifizieren sich oder die Schweiz mit ihnen.

Aargau

Der Kanton Aargau ist geprägt durch ein vielfältiges Kulturschaffen und ein breites Kulturangebot. Er ist einer der ersten Kantone, der mit seinem Kulturgesetz von 1968 die Förderung und Pflege von Kultur als Staatsaufgabe in der Verfassung verankerte. Indem das Kulturgesetz der Vielfalt der Kultur, der Kulturförderung, der Teilhabe der Bevölkerung und der Kulturpflege einen hohen Stellenwert zumisst, knüpft es an das historisch begründete Selbstverständnis des Aargaus als «Kulturkanton» an. Die Bezeichnung führt ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Die «Gesellschaft für vaterländliche Kultur», welche im Jahr 1811 im Kanton Aargau gegründet wurde, brachte im Verlaufe der Zeit unterschiedliche kulturelle Vereinigungen und Einrichtungen hervor. So entstand der Nährboden für kulturelle Vereine im städtischen und ländlichen Milieu.

Appenzell Ausserrhoden

Appenzell Ausserrhoden zählt gut 54'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Topografisch ist der Kanton eingebettet zwischen dem Alpstein mit dem Säntis und Appenzell Innerrhoden im Süden und der Stadt St. Gallen und dem Bodensee im Norden. Vier Flüsse entwässern die Hügellandschaft nach Norden und gliedern das Kantonsgebiet in die Teillandschaften Hinter-, Mittel- und Vorderland.

Appenzell Innerrhoden

Appenzell Innerrhoden ist mit seinen rund 16‘100 Einwohnern der bevölkerungsmässig kleinste Kanton der Schweiz. Der Kanton liegt abseits des grossen Fernverkehrs, weil er bis heute weder über einen Nationalstrassenanschluss noch über eine Anbindung an das nationale Normalspur-Schienennetz verfügt. Die verkehrsmässig abgeschiedene Lage führte im 19. Jahrhundert dazu, dass der Kanton von der Industrialisierung «verschont» blieb und stattdessen der Tourismussektor seither einen hohen Stellenwert geniesst. Appenzell Innerrhoden wird aber in erster Linie als Bauern- oder präziser als Milchwirtschaftsland wahrgenommen. Noch 1970 gehörten 32.6% der Erwerbstätigen im Kanton dem Sektor Land- und Forstwirtschaft an. Dieser Wert ist zwar aktuell mit 12 % auf weniger als die Hälfte gesunken, doch das bäuerliche Element ist vor allem in volkskultureller Hinsicht nach wie vor prägend. Zu diesem gesellt sich die katholische Tradition, die das kulturelle Leben in Appenzell Innerrhoden bis zum heutigen Tag wesentlich mitbeeinflusst.

Basel-Landschaft

Der Kanton Basel-Landschaft hat vielfältige lebendige Traditionen, die nicht selten eine regionale, im Fall des Chienbäse in Liestal eine überregionale Ausstrahlung aufweisen. Lebendige Traditionen kommen aber nicht nur in entsprechenden Grossanlässen zum Ausdruck, sondern bestimmen genauso stark das alltägliche Leben der Menschen. Der Kanton Basel-Landschaft setzt an diesem Punkt an. Ziel ist es, das kulturelle Erbe des Kantons zu erhalten, zu erschliessen und einer breiten Bevölkerungsgruppe zu vermitteln. Dabei unterscheidet er nicht per se zwischen materiellem und immateriellem Kulturerbe, da eine Trennung der beiden Welten in der Regel schwierig und wenig sinnvoll ist, da sie sich gegenseitig ergänzen.

Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt weist vielfältige lebendige Traditionen auf, die häufig eine regionale, im Fall etwa der Basler Fasnacht eine nationale oder gar internationale Ausstrahlung aufweisen. Lebendige Traditionen kommen aber nicht nur in traditionellen Grossanlässen zum Ausdruck, sondern sind auch im alltäglichen Leben der Menschen von Bedeutung. Beispiele dafür sind eine lebendige Vereinskultur, die ganzjährige Vorbereitungszeit der Basler Fasnacht mit einer vielfältigen Cliquen-Kultur, aber auch das gelebte Zunft- und Gesellschaftswesen, wie es rund um den «Vogel Gryff» anzutreffen ist oder etwa die Präsenz der traditionellen Basler Fähren auf dem Rhein als beliebtes Transportmittel im Alltag.

Bern

Der Kanton Bern liegt mitten im Herzen der Schweiz - am Schnittpunkt zweier Kulturen. Damit nimmt er eine wichtige Brückenfunktion zwischen den deutsch- und den französischsprachigen Landesteilen wahr: einer der Gründe, wieso die Stadt Bern als Bundeshauptstadt der Schweiz auch das politische Zentrum des Landes ist. Jede siebte Schweizerin und jeder siebte Schweizer lebt im Kanton Bern: Mit 12.2 Prozent der schweizerischen Bevölkerung ist Bern damit der zweitgrösste Kanton nach Zürich. Auch flächenmässig liegt er - nach dem Kanton Graubünden - an zweiter Stelle. Auf fast 6'000 km2 breiten sich die sanft bewaldeten Hügel des Berner Juras, das offene Mittelland mit seinen prächtigen Seen und die majestätische Bergwelt des Berner Oberlands aus. Das Miteinander von Stadt und Land, von Kultur- und Naturlandschaft, von Tradition und Moderne, von Wohnen und Arbeiten garantiert eine hohe Lebensqualität im Kanton Bern. Die landschaftliche Vielfalt spiegelt sich auch in der kulturellen Vielfalt des Kantons wieder. Die lebendigen Traditionen tragen ihren wichtigen Teil dazu bei.

Freiburg

Auch heute wird der Kanton Freiburg häufig als katholisch-ländliches Biotop wahrgenommen, wo sich das Leben im Rhythmus vieler Traditionen abspielt. Dieses Bild erfüllt einerseits die Erwartungen der Touristen und entspricht andererseits wohl auch einer Wirklichkeit, wie sie von den vor 1960 geborenen Generationen noch gelebt wird, während sie für die folgenden Generationen nur noch von symbolischer Bedeutung sein dürfte. Tatsächlich fielen die 1960er-Jahre mit dem industriellen Aufschwung eines bislang nahezu ausschliesslich landwirtschaftlich geprägten Kantons zusammen; mit einer Umkehrung des Migrationsflusses, der ihn zuvor seit dem 18. Jahrhundert immer wieder seiner treibenden Kräfte beraubt hatte; mit dem Umbruch, den das Zweite Vatikanische Konzil der katholischen Kultur Freiburgs brachte; und schliesslich mit den neuen Bildungsmodellen, welche das auf die Gegenreformation zurückgehende Reproduktionssystem der Eliten erschütterte.

Genf

Der Kanton Genf schlägt eine Reihe scheinbar sehr unterschiedlicher Traditionen zur Aufnahme in die nationale Liste vor. Diese sind geprägt vom urbanen Charakter des Stadtkantons Genf und entsprechen den gesellschaftlichen Anlässen und Riten, die heute fester Bestandteil des Vereinslebens und der Kultur der Genferinnen und Genfer sind. Von der «Fabrique» über den «Esprit de Genève», die «Promotions», die Comics und Plakatkunst bis hin zur «Escalade» ist Genf zur Wiege vieler bedeutender Traditionen geworden, die sowohl die lokale als auch die internationale Geschichte beeinflusst haben.

Glarus

Jeder Staat feiert seine Feste. Dass eine dieser Feiern gleich den Staat ausmacht, ist an der Glarner Landsgemeinde der Fall. Der Kanton Glarus hält an dieser ursprünglichen Form der politischen Willensäusserung fest, auch wenn das Gemeinwesen dadurch als altmodisch angesehen werden sollte. Die Landsgemeinde wird ja auch nicht für die ganze Welt, sondern von und für die Glarnerinnen und Glarner abgehalten. Die ganze Durchführung kostet den Kanton jährlich rund 125'000 Franken, das ist nicht mehr als vergleichbare Kantone für die Durchführung ihrer Kantonalen Wahlen und Abstimmungen ausgeben.

Graubünden

Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz und kulturell sehr vielfältig. «Eine eigene Schweiz in der Schweiz» sei Graubünden, stellte der Schriftsteller und Politiker Heinrich Zschokke Mitte des 19. Jahrhunderts treffend fest. Graubünden ist mit seinen 150 Tälern flächenmässig zwar der grösste, mit rund 197‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern zugleich aber auch der am dünnsten besiedelte Kanton. In der Hauptstadt Chur leben rund 37‘000 Personen.

Jura

Der Kanton Jura hat sich seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahrt. Daher sind seine vielfältigen Traditionen auch heute noch sehr lebendig. Sie sind Ausdruck einer besonderen Verbundenheit mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten, aber auch mit den besonderen Fertigkeiten, die von den Handwerkern der Region über die Jahrhunderte entwickelt wurden. Eine Besonderheit der Gegend ist ihr atypisches sprachliches Erbe: Der Jura ist der einzige Schweizer Kanton, dessen Dialekt zur Oïl-Sprache zählt. Von dieser Sprache, die auch in der angrenzenden Franche-Comté gesprochen wird, bestehen verschiedene Varianten. Sie gehört zu den romanischen Sprachen, die ursprünglich im Norden Galliens unter keltischem und germanischem Einfluss entstanden sind. Im Bestreben, diese sprachliche Vielfalt zu bewahren, wurde unter anderem eine Website geschaffen («Djâsans - Patois Jurassien»). Sie enthält Vorschläge für Aktivitäten und eine Sammlung von Wörterbüchern, um die Weitergabe dieses Wissens sicherzustellen, aber auch zahlreiche Märchen, Lieder und weitere interessante Informationen.

Luzern

Der Kanton Luzern hat viele und vielfältige lebendige Traditionen. Er ist als früher Teil der alten Eidgenossenschaft von einer bald 700-jährigen politischen Geschichte geprägt, hat geografisch Anteil an alpiner, voralpiner und mittelländischer Landschaft und Kultur. Zudem bildete er über lange Zeit den Vorort der katholischen Schweiz. Mit der Stadt Luzern verfügt der Kanton über ein gesellschaftliches, kulturelles und wirtschaftliches wie auch touristisches urbanes Zentrum der Zentralschweiz. Für die festfreudige Luzerner Bevölkerung sind die vielen lebendigen Traditionen ein wesentlicher Träger ihrer Identität. Sie sind auch von grosser Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es sind deshalb vor allem auch die einzelnen Bürgerinnen und Bürger und ihre gesellschaftlichen Zusammenschlüsse, welche die Traditionen am Leben erhalten (sollen). Der Staat - Gemeinden, Kanton sowie Bildung und Kultur - sowie die Kirchen erhalten und fördern diese Bestrebungen durch gute Rahmenbedingungen.

Neuenburg

Der Kanton Neuenburg bezeichnet sich gerne als Land der Präzision und der hochstehenden Technologie. Er entdeckt und vermittelt sein immaterielles Kulturerbe durch die Erstellung und Aktualisierung der Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz. Mehrere Gruppen haben sich auf die Aufrufe von 2011 und 2017 gemeldet, um ihre traditionellen Aktivitäten auf diese Liste einschreiben zu lassen. Es handelt sich dabei um Freizeitaktivitäten, Kenntnisse, Ausdrucksweisen, gesellschaftliche Praktiken, Gedenkanlässe oder Feste, die lokal oder auch breiter praktiziert werden.

Nidwalden

Der Kanton Nidwalden ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten lebendigen Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert. Zudem tragen sie viel zur Einmaligkeit und Dynamik des kulturellen Lebens in unserem Kanton bei. Gemäss seinem kulturpolitischen Leitbild pflegt der Kanton Nidwalden «die über das Gestern und Heute hinaus weisenden materiellen und immateriellen Kulturgüter. Gleichzeitig fördert er die Entstehung von Neuem. Erst im Zusammenspiel von Neuem und Altem formen sie ein legendige Kulturregion.»

Obwalden

Der Kanton Obwalden ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt, gepflegt und weiterentwickelt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert. Sie tragen wesentlich zur Einmaligkeit und Dynamik des kulturellen Lebens in unserem Kanton bei. Gemäss Kulturleitbild unterstützt der Kanton Obwalden «die gewachsenen kulturellen Stärken - namentlich im Bereich der Denkmalpflege, der Musik, des Theaters, der Literatur, der Bildenden Künste und des Brauchtums.»

St. Gallen

Der aufgrund der napoleonischen Mediationsakte 1803 gegründete Kanton St. Gallen vereinigte zwölf historische Landschaften, unterschiedlich in Geschichte, Lebens- und Wirtschaftsformen. Im nördlichen Hügelland, im Rheintal und am Zürichsee betrieb man Ackerbau, daneben Heimarbeit für die städtische Textilwirtschaft, im Rheintal auch Rebbau. Im oberen Toggenburg und in den Südgebieten herrschte alpine Vieh- und Milchwirtschaft vor. Die daraus entstandene Vielfalt an Traditionen wurde geprägt und vermehrt durch religiös-konfessionelle Einflüsse und Rituale, wie Bräuche des Kirchenjahrs oder Prozessionen. Grosse Bedeutung erlangten die ländliche Wand- und Möbelmalerei des Barock, in der Musik die pietistische Toggenburger Hausorgel-Tradition und die sowohl im kirchlichen als auch im profanen Bereich wirkenden Streichmusikensembles. Insbesondere in der Stadt St. Gallen hat das Herstellen von Büchern eine jahrhundertealte Tradition, verschiedene Bibliotheken beherbergen einen historischen Schatz mit kunstvollen Handschriften und wunderbaren Exemplaren der frühesten Drucktechniken wie auch wichtige Bestände zeitgenössischer Buchgestaltung.

Schaffhausen

Schaffhausen zählt rund 80'000 Einwohner und liegt als einziger Kanton der Schweiz nördlich des Rheins. Das Kantonsgebiet ist dreigeteilt in den südlichen (unteren) Kantonsteil, den Hauptteil mit der Hauptstadt Schaffhausen und den östlichen (oberen) Kantonsteil. Schaffhausen ist ein ausgeprägter Grenzkanton mit rund 152 km gemeinsamer Grenze mit Deutschland und rund 34 km gemeinsamer Grenze mit den benachbarten Kantonen Zürich und Thurgau.

Schwyz

Comme toute la Suisse centrale, le canton de Schwyz possède un riche éventail de coutumes. La plupart des traditions, vécues et pratiquées depuis des siècles pour certaines, portent l'empreinte du quotidien campagnard d'un côté et de la religion catholique de l'autre.

Solothurn

Der Kanton Solothurn zeichnet sich durch regionale Vielfalt aus. Charakteristische Landschaftselemente des Kantons sind der Jura mit seinen Hügelzügen und das Mittelland. Er zählt 109 Gemeinden (Stand 2016/17). Die grösseren Städte im Kanton sind Olten (18‘267 Einwohner), die Hauptstadt Solothurn (16‘795 Einwohner) und Grenchen (17‘089 Einwohner). Wie anderswo in der Schweiz prägen Agglomerationsgemeinden und ländliche Gemeinden den Kanton wesentlich mit. Der Kanton ist in 10 Bezirke aufgeteilt. Mit Ausnahme des protestantischen Bezirks Bucheggberg, der an den Kanton Bern grenzt, ist der Kanton Solothurn traditionell katholisch.

Tessin

Im Tessin gibt es auf kantonaler Ebene keine speziellen Massnahmen, Trägerschaften oder Behörden, die direkt oder ausschliesslich für die Vermittlung und die Förderung des immateriellen Kulturerbes zuständig sind. Das Zentrum für Dialektologie und Ethnographie (Centro di dialettologia e di etnografia CDE) in Bellinzona dokumentiert, untersucht und erschliesst seit 1907 die sprachliche und ethnographische Situation in der italienischen Schweiz. Das «Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana» (VSI) befasst sich insbesondere mit dem Sammeln und Analysieren des sprachlichen Kulturerbes des Tessins, des Moesano, des Bergell und des Puschlav. Das Werk stellt Begriffe aus Naturkunde, Folklore, Ergologie sowie weltlicher und kirchlicher Geschichte zusammen, analysiert Glaube und Aberglaube sowie Volksmeteorologie und -heilkunde und sammelt Legenden und Erzählungen. Dabei werden die menschlichen und sozialen Aspekte stets berücksichtigt. Das VSL kann daher als echte Enzyklopädie des landwirtschaftlichen und handwerklichen Lebens betrachtet werden und illustriert Sprache, Tätigkeiten und Geschichte, vor allem aber auch die Seele einer Gemeinschaft.

Thurgau

Der Thurgau mit seinen rund 270'000 Einwohnern präsentiert sich gern als landwirtschaftlich geprägter Landkanton, in dem die Obstproduktion präsenter ist als die volkswirtschaftlich wesentlich gewichtigeren Bereiche Maschinen- und Metallindustrie, Baugewerbe, Nahrungsmittel- und Kunststoffindustrie. Die Bezeichnung «Mostindien» wird keineswegs als despektierlich empfunden, sondern mit dem Apfel im Logo sogar für die Standortförderung genutzt.

Uri

Im Kanton Uri, im Herzen der Schweiz, lassen sich viele kulturelle Besonderheiten entdecken. Rund um den bekannten Tell-Mythos und die Gotthard-Geschichten trifft man auf kleinstem Raum auf lebendige Traditionen, vielfältige Naturlandschaften und charakteristische historische Verkehrswege und Dorfbilder. Die Lage an der Nord-Süd-Verbindung prägte die Kultur des Kantons seit jeher massgeblich. Dies zeigt sich nicht nur in den südlichen architektonischen Einflüssen, die den Hauptort Altdorf prägen. Auch im aktuellen Kulturschaffen findet man enge Verknüpfungen zwischen Tradition und zeitgenössischer Offenheit. Das alte Tellenspiel von 1512 wird zur freiheitssuchenden Tell-Inszenierung unter Volker Hesse. Das Haus der Volksmusik mitten in Altdorf bringt «alte» und «neue» Volksmusik zusammen. Hier entwickelt sich ein national ausstrahlendes Kompetenzzentrum für die Schweizer Volksmusik. Mit dem Internationalen Musikfestival Alpentönen hat Uri auch den experimentellen und grenzüberschreitenden Treffpunkt für alpenländischen Musik geschaffen. Das Volksmusikfestival Altdorf ergänzt auf ideale Weise die Zentralschweizer Festivals wie Obwald oder Stanser Musiktage. Musik ist in der Bevölkerung verankert. Über siebzig Volksmusikkapellen musizieren aktiv im 35‘000 Einwohner zählenden Uri.

Waadt

Als viertgrösster Kanton der Schweiz hat das Waadtland viele von der räumlichen und landschaftlichen Vielfalt geprägte und meist noch heute sehr lebendige Traditionen vorzuweisen. Während für viele dieser Traditionen die Zeit zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren eher schwierig war - das Streben nach Modernität und Fortschritt trug zweifellos dazu bei - hat das Interesse an Tradition und Brauchtum in den letzten zwanzig Jahren wieder merklich zugenommen.

Wallis

Die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen der langfristigen Erhaltung der Ressourcen einerseits und deren optimaler Nutzung anderseits ist ein Grundanliegen der heutigen Welt. Unter dem Begriff der Nachhaltigkeit hat es Eingang in den modernen Sprachgebrauch gefunden. Das Wallis kennt seit Jahrhunderten eine Einrichtung, die diesem Anliegen nachlebt. Mit den Geteilschaften hat sich hier ein System entwickelt, das der kollektiven Verwaltung und Nutzung gemeinsamer Güter wie Wasser, Alpweiden oder Wald dient.

Zug

Der Kanton Zug ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten lebendigen Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert. Zudem tragen sie viel zur Einmaligkeit und Dynamik des kulturellen Lebens im Kanton bei.

Zürich

Der Kanton Zürich verfügt über ein Kulturleben, das äussert vielfältig und in der Gesellschaft bestens verankert ist. Die Grundlage dafür ist das Zusammenspiel von zeitgenössischem Kunstschaffen und lebendigen Traditionen. Dies gilt für die urbane Kulturlandschaft in gleichem Masse wie für das regionale Kulturleben.