Uhrmacherkunst*
*Aufgenommen in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO
Es ist kein Geheimnis: Die Uhrenherstellung hat die Entwicklung des Kunsthandwerks, der Industrie und der Gesellschaft im Jurabogen stark beeinflusst. Ab dem 18. Jahrhundert verlagerte sich die in Genf entstandene Uhrenindustrie in dünn besiedelte Regionen wie das Vallée de Joux und den Neuenburger Jura. Während die Produktion zunächst auf dem Prinzip der «Établissage» (Zusammenbau von zugekauften Komponenten) beruhte, wurden in der Folge unter dem Druck von amerikanischen Fabriken auch in der Schweiz standardisierte Produktionsstätten eingerichtet. Gleichzeitig entstanden die ersten grossen Uhrmacherschulen. Im 20. Jahrhundert wurde die Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie durch zwei aufeinanderfolgende Krisen geprägt, gefolgt von der Durchsetzung eines von den Banken und vom Gesetz geschützten Kartells (Uhrenstatut) und der Entstehung von grossen Uhrenkonzernen. In den Tälern des Juras nahm die Entwicklung der Uhrenherstellung indessen einen besonderen Verlauf: Obwohl sich das amerikanische Produktionsmodell praktisch in der ganzen Schweiz verbreitete, blieb die fragmentierte Uhrenproduktion im Jura bestehen, und selbst kleine unabhängige Manufakturen konnten ihren Fortbestand sichern. Die unzähligen Kleinbetriebe mit sehr hoher Wertschöpfung sind bis heute unerlässlich für die Herstellung von Luxusuhren, mit denen sich die Schweiz weltweit einen hervorragenden Ruf erworben hat. Die Präzision und die einzigartigen Kompetenzen und Fertigkeiten der Uhrmacher schaffen die Voraussetzungen, mit den Schweizer Uhren ein ganz besonderes Image zu verbinden, das auf Luxus und erstklassiger Qualität beruht.









