La Fabrique

«Besuchen Sie das Quartier Saint-Gervais, die gesamte Uhrmacherei Europas scheint an diesem Ort vereint zu sein!» So fasst Rousseau in seinem Brief an d‘Alembert die Besonderheit der Genfer «Fabrique» zusammen. Mit diesem Begriff wird seit dem 18. Jahrhundert die an einen einzigen Ort zusammengeführten Fertigkeiten der Uhrmacher-, Goldschmiede- und Juwelierkunst sowie verwandter Berufe der Edelmetallverarbeitung bezeichnet. Das Know-how umfasst sowohl das Zeichnen, die Gravur, Guillochier- und Emailarbeiten als auch die Herstellung von Zeigern, Federn, Schnecken, Gehäusen, Kettchen, Etuis und Schatullen – kurzum, die Eleganz der Uhrmacherkunst in ihrer ganzen Finesse.

Das Quartier Saint-Gervais befindet sich im Zentrum dieser brodelnden Geschäftigkeit: Nach einer genau geregelten Arbeitsteilung übernehmen die verschiedene Ateliers die Abfolge von Detailarbeiten, die unentbehrlich sind für die Schönheit und die Qualität des Endproduktes. Aus dieser Vielzahl von Handarbeiten und dem damit verbundenen Know-how gingen etliche Herstellungs- und Verzierungstechniken hervor, die typisch für die Region sind – zum Beispiel die «Émaux de Genève» (Genfer Email), die «Boules de Genève» (Genfer Kugeln) oder das «Poinçon de Genève» (Genfer Siegel). Sie alle sind Quellen eines Phantasiereichtums, der auch heute noch das hohe Ansehen Genfs in der Luxusuhrenindustrie prägt.


Kategorie


Kanton


Detailbeschreibung

La Fabrique (PDF, 407 kB, 04.06.2018)description détaillée

Publikationen

Antony Babel : La Fabrique genevoise. Neuchâtel, 1938

Estelle Fallet : L’Horlogerie à Genève. Magie des métiers, trésors d’or et d’émail. Ed. Musée d’art et d’histoire, Genève. Genève, 2011

Anne-Marie Piuz, Liliane Mottu-Weber et al. : L'économie genevoise, de la Réforme à la fin de l'Ancien Régime. Genève, 1990

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Poinçon de Genève
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