Aargau

Der Kanton Aargau ist geprägt durch ein vielfältiges Kulturschaffen und ein breites Kulturangebot. Er ist einer der ersten Kantone, der mit seinem Kulturgesetz von 1968 die Förderung und Pflege von Kultur als Staatsaufgabe in der Verfassung verankerte. Indem das Kulturgesetz der Vielfalt der Kultur, der Kulturförderung, der Teilhabe der Bevölkerung und der Kulturpflege einen hohen Stellenwert zumisst, knüpft es an das historisch begründete Selbstverständnis des Aargaus als «Kulturkanton» an.

Appenzell Ausserrhoden

Appenzell Ausserrhoden zählt rund 53'000 Einwohner. Topografisch ist der Kanton eingebettet zwischen dem Alpstein mit dem Säntis und Appenzell Innerrhoden im Süden und der Stadt St. Gallen und dem Bodensee im Norden. Vier Flüsse entwässern die Hügellandschaft nach Norden und gliedern das Kantonsgebiet in die Teillandschaften Hinter-, Mittel- und Vorderland.

Appenzell Innerrhoden

Appenzell Innerrhoden ist mit seinen rund 15'500 Einwohnern der bevölkerungsmässig kleinste Kanton der Schweiz. Der Kanton liegt abseits des grossen Fernverkehrs, weil er bis heute weder über einen Nationalstrassenanschluss noch über eine Anbindung an das nationale Normalspur-Schienennetz verfügt. Die verkehrsmässig abgeschiedene Lage führte im 19. Jahrhundert dazu, dass der Kanton von der Industrialisierung «verschont» blieb und stattdessen der Tourismussektor seither einen hohen Stellenwert geniesst.

Basel-Landschaft

Der Kanton Basel-Landschaft hat vielfältige lebendige Traditionen, die nicht selten eine regionale, im Fall des Chienbäse in Liestal eine überregionale Ausstrahlung aufweisen. Lebendige Traditionen kommen aber nicht nur in entsprechenden Grossanlässen zum Ausdruck, sondern bestimmen genauso stark das alltägliche Leben der Menschen. Der Kanton Basel-Landschaft setzt an diesem Punkt an. Ziel ist es, das kulturelle Erbe des Kantons zu erhalten, zu erschliessen und einer breiten Bevölkerungsgruppe zu vermitteln. Dabei unterscheidet er nicht per se zwischen materiellem und immateriellem Kulturerbe, da eine Trennung der beiden Welten in der Regel wenig sinnvoll ist, da sie sich gegenseitig ergänzen.

Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt weist vielfältige lebendige Traditionen auf, die häufig eine regionale, im Fall etwa der Basler Fasnacht eine nationale oder gar internationale Ausstrahlung aufweisen. Lebendige Traditionen kommen aber nicht nur in traditionellen Grossanlässen zum Ausdruck, sondern sind auch im alltäglichen Leben der Menschen von Bedeutung. Beispiele dafür sind eine lebendige Vereinskultur, die ganzjährige Vorbereitungszeit der Basler Fasnacht mit einer vielfältigen Cliquen-Kultur, aber auch das gelebte Zunft- und Gesellschaftswesen, wie es rund um den «Vogel Gryff» anzutreffen ist oder etwa die Präsenz der traditionellen Basler Fähren auf dem Rhein als beliebtes Transportmittel im Alltag.

Bern

Der Kanton Bern liegt mitten im Herzen der Schweiz - am Schnittpunkt zweier Kulturen. Damit nimmt er eine wichtige Brückenfunktion zwischen den deutsch- und den französischsprachigen Landesteilen wahr: einer der Gründe, wieso die Stadt Bern als Bundeshauptstadt der Schweiz auch das politische Zentrum des Landes ist. Jede siebte Schweizerin und jeder siebte Schweizer lebt im Kanton Bern.

Freiburg

Namentlich durch die Medien wird der Kanton Freiburg auch heute noch weitgehend als katholisch-ländliches Biotop wahrgenommen, wo sich das Leben im Rhythmus vieler tief verwurzelter Traditionen abspielt. Dieses Bild erfüllt einerseits die Erwartungen der Touristen und entspricht andererseits wohl auch einer Wirklichkeit, wie sie von den vor 1960 geborenen Generationen noch gelebt wird, während sie für die folgenden Generationen nur noch von symbolischer Bedeutung sein dürfte.

Genf

Der Kanton Genf schlägt eine Reihe scheinbar sehr unterschiedlicher Traditionen zur Aufnahme in die nationale Liste vor. Diese sind geprägt vom urbanen Charakter des Stadtkantons Genf und entsprechen den gesellschaftlichen Anlässen und Riten, die heute fester Bestandteil des Vereinslebens und der Kultur der Genferinnen und Genfer sind. Von der Fabrique über den Esprit de Genève, die Comics und die Plakatkunst bis hin zur Escalade ist Genf zur Wiege vieler bedeutender Traditionen geworden, die sowohl die lokale als auch die internationale Geschichte beeinflusst haben.

Glarus

Jeder Staat feiert seine Feste. Dass eine dieser Feiern gleich den Staat ausmacht, ist an der Glarner Landsgemeinde der Fall. Der Kanton Glarus hält an dieser ursprünglichen Form der politischen Willensäusserung fest, auch wenn das Gemeinwesen dadurch als altmodisch angesehen werden sollte. Die Landsgemeinde wird ja auch nicht für die ganze Welt, sondern von und für die Glarnerinnen und Glarner abgehalten.

Graubünden

Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz und kulturell sehr vielfältig. «Eine eigene Schweiz in der Schweiz» sei Graubünden, stellte der Schriftsteller und Politiker Heinrich Zschokke Mitte des 19. Jahrhunderts treffend fest. Graubünden ist mit seinen 150 Tälern flächenmässig zwar der grösste, mit rund 192'600 Einwohnerinnen und Einwohnern zugleich aber auch der am dünnsten besiedelte Kanton.

Jura

Der Kanton Jura, der nur wenige Städte aufweist, hat sich seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahrt. Daher sind seine vielfältigen Traditionen auch heute noch sehr lebendig. Sie sind Ausdruck einer besonderen Verbundenheit mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten, aber auch mit den besonderen Fertigkeiten, die von den Handwerkern der Region über die Jahrhunderte entwickelt wurden.

Luzern

Der Kanton Luzern hat viele und vielfältige lebendige Traditionen. Er ist als früher Teil der alten Eidgenossenschaft von einer bald 700-jährigen politischen Geschichte geprägt, hat geografisch Anteil an alpiner, voralpiner und mittelländischer Landschaft und Kultur. Zudem bildete er über lange Zeit den Vorort der katholischen Schweiz.

Neuenburg

Die verschiedenen Neuenburger Traditionen widerspiegeln die grosse geographische Vielfalt des Kantons Neuenburg, der von den Jurahöhen bis zu den Seeuferflächen reicht. Obwohl der Kanton relativ klein ist (802,93 km2), gibt es in dieser Region zahlreiche Bräuche, die Stadt und Land, Weinbau und Industrie, See und Gebirge, Moderne und Brauchtum bunt vermischen.

Nidwalden

Der Kanton Nidwalden ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten lebendigen Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert.

Obwalden

Der Kanton Obwalden ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten lebendigen Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert.

Schaffhausen

Schaffhausen zählt rund 76'000 Einwohner und liegt als einziger Kanton der Schweiz nördlich des Rheins. Das Kantonsgebiet ist dreigeteilt in den südlichen (unteren) Kantonsteil, den Hauptteil mit der Hauptstadt Schaffhausen und den östlichen (oberen) Kantonsteil. Schaffhausen ist ein ausgeprägter Grenzkanton mit rund 152 km gemeinsamer Grenze mit Deutschland und rund 34 km gemeinsamer Grenze mit den benachbarten Kantonen Zürich und Thurgau.

Schwyz

Der Kanton Schwyz verfügt, wie die gesamte Zentralschweiz, über ein ausgesprochen reichhaltiges Brauchtum. Geprägt sind die meisten Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis.

Solothurn

Der Kanton Solothurn zeichnet sich durch regionale Vielfalt aus. Charakteristische Landschaftselemente des Kantons sind der Jura mit seinen Hügelzügen und das Mittelland. Er zählt 121 Gemeinden (Stand Oktober 2011). Die grösseren Städte im Kanton sind Olten (17‘200 Einwohner), die Hauptstadt Solothurn (16‘200 Einwohner) und Grenchen (16‘000 Einwohner). Wie anderswo in der Schweiz prägen Agglomerationsgemeinden und Landgemeinden den Kanton wesentlich mit.

St. Gallen

Der von Napoleon 1803 gegründete Kanton St. Gallen vereinigte zwölf historische Landschaften, unterschiedlich in Geschichte, Lebens- und Wirtschaftsformen. Im nördlichen Hügelland, im Rheintal und am Zürichsee betrieb man Ackerbau, daneben Heimarbeit für die städtische Textilwirtschaft. Im oberen Toggenburg und in den Südgebieten herrschte alpine Vieh- und Milchwirtschaft vor. Die daraus entstandene Vielfalt an Traditionen wurde geprägt und vermehrt durch religiös-konfessionelle Einflüsse und Rituale, wie Bräuche des Kirchenjahrs oder Prozessionen.

Tessin

Im Tessin gibt es auf kantonaler Ebene keine speziellen Massnahmen, Trägerschaften oder Behörden, die direkt oder ausschliesslich für die Vermittlung und die Förderung des immateriellen Kulturerbes zuständig sind. Das Centro di dialettologia e di etnografia CDE (Zentrum für Dialektologie und Ethnographie) in Bellinzona jedoch dokumentiert, untersucht und erschliesst die sprachliche und ethnographische Situation in der italienischen Schweiz. Das CDE arbeitet dabei auch mit den Medien zusammen und bietet Sendungen für ein breites Publikum an. Zudem fördert es Ausstellungen, Tagungen und Vorträge im Zusammenhang mit den lokalen Gegebenheiten. Ebenfalls koordiniert es die Tätigkeiten der zehn kantonalen ethnographischen Museen und bietet ihnen wissenschaftliche und technische Unterstützung an.

Thurgau

Der Thurgau mit seinen rund 250'000 Einwohnern präsentiert sich gern als landwirtschaftlich geprägter Landkanton, in dem die Obstproduktion präsenter ist als die volkswirtschaftlich wesentlich gewichtigeren Bereiche Maschinen- und Metallindustrie, Baugewerbe, Nahrungsmittel- und Kunststoffindustrie. Die Bezeichnung «Mostindien» wird keineswegs als despektierlich empfunden, sondern mit dem Apfel im Logo sogar für die Standortförderung genutzt.

Uri

Im Kanton Uri, im Herzen der Schweiz gelegen, lassen sich viele kulturelle Besonderheiten entdecken. Rund um die bekannte Tell-Saga und den Gotthard-Mythos trifft man auf kleinstem Raum auf faszinierende Naturlandschaften, charakteristische Dorfbilder und jahrhundertalte Traditionen. Die Lage an der Nord-Süd-Verbindung hat die Kultur des Kantons massgeblich geprägt, zeigt sich beispielsweise in den südlichen Einflüssen in der Architektur des Hauptorts Altdorf. Im aktuellen Kulturschaffen setzt sich die Verknüpfung von Traditionsbezug und Offenheit fort.

Waadt

Als viertgrösster Kanton der Schweiz hat das Waadtland viele, von der räumlichen und landschaftlichen Vielfalt geprägte Traditionen vorzuweisen. Im Zentrum und im Norden dominieren die ländlichen Gebiete. Doch es gibt auch eine ganze Reihe mittelgrosser Städte, allen voran Lausanne; zwei wunderschöne Seen, den Genfer- und den Neuenburgersee, sowie zwei Bergregionen, die sich grundlegend voneinander unterscheiden: die Voralpen (Ormonts, Pays-d’Enhaut) und der Jura (Vallée de Joux, Region um Sainte-Croix).

Wallis

Die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen der langfristigen Erhaltung der Ressourcen einerseits und deren optimaler Nutzung anderseits ist ein Grundanliegen der heutigen Welt. Unter dem Begriff der Nachhaltigkeit hat es Eingang in den modernen Sprachgebrauch gefunden. Das Wallis kennt seit Jahrhunderten eine Einrichtung, die diesem Anliegen nachlebt. Mit den Geteilschaften hat sich hier ein System entwickelt, das der kollektiven Verwaltung und Nutzung gemeinsamer Güter wie Wasser, Alpweiden oder Wald dient.

Zug

Der Kanton Zug ist reich an lebendigem Brauchtum. Die meisten lebendigen Traditionen, die teilweise seit Jahrhunderten gelebt und gepflegt werden, sind einerseits vom ländlich-bäuerlichen Alltag und andererseits von der katholischen Praxis geprägt. Die lebendigen Traditionen sind sowohl für die kulturelle Identität als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von grossem Wert. Zudem tragen sie viel zur Einmaligkeit und Dynamik des kulturellen Lebens in unserem Kanton bei.

Zürich

Der Kanton Zürich ist der bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Kanton der Schweiz. In eng überbauten Ballungsgebieten ist ein lebhaftes, die Gemeinschaft förderndes und vielfältig blühendes Kulturleben für die Bewohner von grosser Bedeutung. Lebendige Traditionen - die überliefert werden, die sich verändern und ständig neu erfinden können - sind ein wichtiger Bestandteil der ländlichen und auch der urbanen Kultur. Der Kanton Zürich legt viel Wert auf die Erhaltung und Förderung seines Kulturerbes und bringt dies in seinem Kulturauftrag deutlich zum Ausdruck.

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