Chlaus-Chlöpfe im Bezirk Lenzburg

Von Anfang November bis am Sonntag nach dem Lenzburger «Chlausmärt», der jeweils am zweiten Donnerstag im Dezember stattfindet, wird in den Gemeinden des Bezirks Lenzburg bei einbrechender Dunkelheit mit langen Geisseln «gchlöpft». Alle können eine Geissel zum Knallen bringen. In einigen Gemeinden finden in dieser Zeit «Chlauschlöpf-Wettbewerbe» in unterschiedlichen Kategorien statt. In Hallwil wird am Abend des Lenzburger Chlausmärts das «Chlausjagen» durchgeführt und in Niederlenz ziehen die «Weissen und Schwarzen» durchs Dorf, wobei beide Mittwinterbräuche von «Chlaus-Chlöpfenden» begleitet werden.

Die Tradition «Chlaus-Chlöpfe» ist bis ins 16. Jahrhundert belegt und geht auf den Glauben zurück, dass man sich durch ohrenbetäubenden Lärm und lautes Knallen der Geisseln vor Dämonen und anderen bösen Einflüssen schützen kann, die besonders zur Zeit der winterlichen Sonnenwende sehr gefürchtet waren. Eine andere Ursprungsgeschichte erzählt die Lenzburger «Chlaus-Sage»: Das Chlaus-Chlöpfe soll den «Samichlaus» in seiner Höhle im Lenzburger Goffersberg wecken. Dieser zeige sich, seit er einst von den Lenzburger Buben geärgert wurde, nicht mehr in der Stadt.

Neben der Kunst des richtigen Knallens und den verschiedenen Mittwinterbräuchen, an denen die Chlaus-Chlöpfenden mitwirken, ist auch die Geisselherstellung eine lebendige Tradition, welche schweizweit nur noch an wenigen Orten gepflegt wird, so beispielsweise in Egliswil im Kanton Aargau.


Detailbeschreibung


Kategorie

Mündliche Ausdrucksweisen
Traditionelles Handwerk


Kanton


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