Die Grossen Berner Renntage wurden vor fast vierzig Jahren von Pionierinnen und Pionieren der offenen Arbeit mit Kindern ins Leben gerufen. Seither organisieren die im Dachverband für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern (DOK) vereinten Institutionen jährlich ein Seifenkistenrennen am Berner Klösterlistutz. Gebaut werden die sechzig bis neunzig Seifenkisten zuhause im eigenen Bastelraum oder an den Bautagen in einer der Institutionen des DOK. Zum Rennen zugelassen sind nur Rennteams, keine Einzelkämpferinnen und ‑kämpfer. Die Renntage finden jeweils am ersten Wochenende nach den Frühlingsferien statt und dauern drei Tage: Am Freitag werden die Kisten auf ihre Tauglichkeit geprüft. Am Samstag finden Trainingsfahrten statt. Am Sonntag gilt es ernst: Vor grossem Publikum preschen die Kinder mit ihren Kisten in drei Läufen die 500 Meter lange, mit Strohballen gesäumte Rennstrecke hinunter. An der Schlussfeier werden Kuchen als Preise übergeben sowie eine Urkunde und ein T-Shirt an alle Teilnehmenden verteilt.
Das Seifenkistenrennen gehört mittlerweile zu Bern wie die Aare, es ist für ein jährlich wiederkehrender Höhepunkt im Frühling, ganze Quartiere sind am Rennwochenende auf den Beinen. Der Klösterlistutz verwandelt sich für ein Wochenende in eine bunte Rennstrecke und einen Festplatz. Die Grossen Berner Renntage begeistern Familien mit Renn-Kindern und mit staunenden Klein-Kindern gleichermassen wie Ehemalige, Passantinnen und Passanten, Touristen und treue Fans. Auch an nassen Wochenenden herrscht jeweils friedliche Volksfeststimmung. Seit 2014 wird das Rennen durch den Förderverein «Grosse Berner Renntage» und den Dachverband für offene Arbeit mit Kindern finanziert.