Groppenfasnacht

Die Groppenfasnacht von Ermatingen ist ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und Fasnachtsbrauch und findet als letzter Fasnachtsanlass der Schweiz drei Wochen vor Ostern statt. Höhepunkt bildet der alle drei Jahre stattfindende Groppenumzug. Rund 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziehen durch die Strassen und beglücken 15'000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Angeführt wird der Umzug von einer überdimensional nachgebildeten Groppe. Ihr folgen traditionelle Fischergruppen, Frühlingssujets, Märchenfiguren, Fasnachtsgruppen und Guggenmusiken. Während des Umzugs werden die Besucherinnen und Besucher mit Fischknusperli und Weisswein aus der Region verwöhnt. Eingebettet ist der Umzug in ein mehrtätiges Volksfest mit Dorffasnachtsabend, Beizenfasnacht und Lumpenball. Unter den heute kursierenden Legenden über die Entstehung des Anlasses scheint diejenige am wahrscheinlichsten, die die Groppenfasnacht auf ein Frühlingsfest der Fischer von Ermatingen zurückführt. Ermatingen verfügt über eine weit zurückreichende Fischertradition wie kaum ein anderes Dorf in der Schweiz. Bedeutend war insbesondere die Gangfischerei. Die Fangnetze und die schwarzen, flachbödigen Kähne wurden als «Segi» bezeichnet, die Fischerleute nannte man «Segimanne». Diese traditionelle Fischerei ist in Ermatingen allerdings verschwunden.


Kategorie


Kanton


Detailbeschreibung

Groppenfasnacht (PDF, 472 kB, 04.06.2018)Ausführliche Beschreibung

Publikationen

Ferdinand Bolt: Die Ermatinger Groppenfasnacht. In: Thurgauer Jahresmappe. Arbon, 1967, p. 16-17

Thomas Vaterlaus, Monika Schiess: Der See, das Dorf und sein Fest. Ermatingen und der grosse Groppenumzug. Zürich, 2004

Wie entstand die Groppenfasnacht? In: Ermatinger Geschäftsblatt. 9. Ermatingen, 1949

Schlagwörter

Frühling
Winter

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