Der Volkstanz ist eine ausserordentlich vielseitige Praxis des Schweizer Brauchtums. Die meisten Volkstänzerinnen und Volkstänzer in der Schweiz sind in Vereinen organisiert: Tanzbegeisterte schliessen sich zusammen, um die Gemeinschaft zu pflegen. Ausserdem lässt es sich in einer aufeinander eingespielten Gruppe besser tanzen. Sowohl in den Volkstanzgruppen der Schweizerischen Trachtenvereinigung (STV) wie in Volkstanzkreisen, die in der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Volkstanzkreise (ASV) organisiert sind, stehen nicht die Auftritte an öffentlichen Anlässen, sondern das regelmässige gemeinsame Tanzen im Vordergrund.
Pionierinnen und Pioniere des Schweizer Volkstanzes kümmerten sich ab den 1930er Jahren darum, die letzten Überreste des schweizerischen Volkstanzgutes zu sammeln, ein schweizerisches Volkstanzrepertoire zu erarbeiten und dieses zu vermitteln. Neben Akteurinnen und Akteuren in der Westschweiz und in Zürich waren es auch zwei Baslerinnen, die massgeblich zur Erneuerungsbewegung der Schweizer Volkstanztradition beitrugen: Die Baselbieterin Hanny Christen sammelte in verschiedenen Schweizer Regionen unzählige Melodien, Volkstanzfragmente, Gedichte und Beschreibungen von Bräuchen. Die Stadtbaslerin Annelis Aenis-Bitterli choreografierte eine grosse Zahl neuer Schweizer Volkstänze, darunter insbesondere auch die 74 Tänze, welche sie in der «Suite Bâloise» zusammenfasste. Diese Tänze werden bis heute von vielen Gruppen in der ganzen Schweiz getanzt und gelten als ein wichtiger Beitrag zum Grundstock der schweizerischen Volkstanztradition.