L'Escalade

"So kommen die Feinde der Republik um!". Mit dem Zerschlagen eines Schokoladentopfes feiern die Genferinnen und Genfer jedes Jahr ihren unerwarteten Sieg über den Herzog von Savoyen. Dieser griff in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602 mit über 2000 Söldnern die Stadt an, wobei einem Kampftrupp von gut 200 Mann die Ersteigung der Stadtmauern gelang. Der Angriff konnte dank dem Mut der Bevölkerung – darunter der legendären Mutter Royaume, die der Legende nach einen Topf mit heisser Suppe über die feindlichen Soldaten ausgeschüttet hat – abgewehrt werden. Doch diese nächtliche Attacke hatte sich für immer in die Erinnerung der Genferinnen und Genfer eingegraben. Die Tradition des Zerschlagen eines Topfes reicht zwar nur bis ins Jahr 1881 zurück, doch Gedenkfeiern zu diesem Sieg werden seit 1603 veranstaltet. Das sowohl feierliche als auch ausgelassene Fest führte während langer Zeit zu Unstimmigkeiten zwischen den Anhängern einer Rekonstruktion der historischen Ereignisse und den Genferinnen und Genfern, die einer Maskerade den Vorzug gaben und die "Fête de l'Escalade" im 19. Jahrhundert zu einer Art kleinem reformiertem Karneval machten.

Als Symbol schlechthin für den aufrührerischen und unabhängigen Geist der Genferinnen und Genfer gibt das Fest den Jüngsten die Gelegenheit, an die Türen der Nachbarn zu klopfen und für etwas Kleingeld oder ein paar Bonbons «Ah la belle Escalade» oder «C’é qu’è lainô» zu singen. Dieses Lied ist eines der letzten Überbleibsel des savoyischen Dialekts. Am Wochenende, das dem Datum des Angriffs am nächsten liegt, finden verschiedene Trachtenfeste und Umzüge statt, und es werden offizielle Ansprachen gehalten. In der Kathedrale Saint-Pierre wird anlässlich der "Fête de l'Escalade" ein Gottesdienst abgehalten, zu dem Anhängerinnen und Anhänger verschiedener Religionen eingeladen werden. Und seit 1978 wird ebenfalls am ersten Dezemberwochenende der ebenso legendäre Stadtlauf "Course de l’Escalade" veranstaltet.


Kategorie


Kanton


Detailbeschreibung

L'Escalade (PDF, 391 kB, 04.06.2018)description détaillée

Publikationen

Monique Bertossa : Ceux de 1602. Ed. Compagnie de 1602. Genève, 1977

Comité du 350e anniversaire de l’Escalade (Ed.) : L’Escalade de Genève, 1602. Histoire et tradition. Genève, 1952

Eugène-Louis Dumont : 1926-1976. Carnet de bord de la Compagnie de 1602. Ed. Compagnie de 1602. Genève, 1977

Jean-Pierre Ferrier : Histoire de la fête de l’Escalade. In : L’Escalade de Genève, 1602. Histoire et tradition. Genève, 1952, p. 489-530

Bernard Lescaze : Escalade et coutumes de table. De quand date la marmite en chocolat ? In : Revue du vieux Genève no. 21. Genève, 1991, p. 92-96

Pierre Morath, Philippe Longchamp : La Course de l’Escalade. Miroir de son temps, héritière des siècles. Yens sur Morges, 2002

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