In der Westschweiz steht der Begriff «Les Promotions» für das Ende des Schuljahres und den Übertritt der Schülerinnen und Schüler in die nächsthöhere Klasse. Diese Tradition wurde in Genf bereits 1559 von Calvin eingeführt. Damals ging das Schuljahr jeweils Anfang Mai zu Ende. Die bis ins 19. Jahrhundert praktisch unveränderte Tradition hatte ursprünglich einen sehr feierlichen Charakter und umfasste eine Zeremonie in der Kathedrale in Anwesenheit von religiösen, politischen und richterlichen Autoritäten der Stadt. In der Folge wurde sie mit einem reichhaltigen Essen ergänzt und nahm einen noch festlicheren Charakter an. Mit der Zeit verbreitete sie sich in allen Genfer Gemeinden und wurde schon bald auch von anderen Westschweizer Kantonen wie Waadt, Neuenburg und Freiburg übernommen. In Lausanne wie auch in anderen historischen Hauptorten des Waadtlands besteht seit dem «Ancien Régime» ein vergleichbares Fest der Schulen, das heutzutage unter der Bezeichnung «Fête du Bois» veranstaltet wird. Diese Praxis wurde nur selten unterbrochen und hat sich im Verlauf der Zeit stark entwickelt. So ist beispielsweise in Genf von der ursprünglichen Feier – unter dem Namen «Fête des écoles» – nur der Umzug der Kindergartenklassen übrig geblieben. Zum grossen Stolz ihrer Eltern verkleiden sich die Kinder nach bestimmten Themen und freuen sich insbesondere darüber, dass nach dem Umzug verschiedene Attraktionen auf sie warten (Imbiss, Verteilung von Souvenirs, Karussellfahrten usw.). Diese verleihen diesen Festen einen gemütlichen und rituellen Charakter, der sowohl von den Schülerinnen und Schülern als auch von allen erwachsenen Besucherinnen und Besuchern geschätzt wird.
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