Berner Mundartmusik und Mundartliteratur

Das Berndeutsch geniesst als Dialekt mit verschiedenen regionalen Ausprägungen und Soziolekten (Matten-Englisch, Patrizisches Berndeutsch) eine hohe Wertschätzung. Es stellt einen Aspekt regionaler Identität dar und hat eine grosse Bedeutung für das kulturelle Schaffen. Auch wenn das Berndeutsch hauptsächlich eine gesprochene Sprache ist, existiert eine vergleichsweise umfangreiche, populäre Literatur und Musik.

Während die erste Welle der Mundartbewegung um 1900 mit Otto von Greyerz, Simon Gfeller und Carl Albert Loosli einsetzte, beging die zweite Welle, die «modern mundart» um Walter Vogt, Kurt Marti und Ernst Eggimann, in den 1960er-Jahren neue Wege. In dieser Zeit komponierte Mani Matter seine berndeutschen Chansons voll heiterer Sprach- und Gedankenspiele, die Volksliedstatus erlangt haben. Frauen sind in dieser Phase fast nicht sichtbar – die «Bibelübersetzerin» Ruth Bietenhard (1920–2015) und die Frutigländerin Maria Lauber (1891–1973) stellen Ausnahmen dar.

Im Anschluss an diese Welle gewann die berndeutsche Musik an Popularität, nicht nur mit Chansons der Berner Troubadours um Mani Matter, sondern auch mit dem Berner Rock von Polo Hofer oder Züri West ab den 1970er-Jahren. Im neuen Jahrtausend bleibt die Mundart in der Berner Musikszene bestimmend: in verschiedenen Ausprägungen von Rap und Rock bis Crossover.

Die Produktion von dialektaler Buchliteratur war hingegen Mitte der 1980er-Jahre markant zurückgegangen.

Seit 2000 gewinnt sie aber als dritte Mundartwelle mit der Spoken-Word-Bewegung und dem Autorenkollektiv «Bern ist überall» neue Popularität. Diese hält bis in die 2020er-Jahre an.


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